Ein Problem, egal, wie man es dreht oder wendet...
Bleibt an allererster Stelle nochmal die Feststellung: insolvent ist NICHT tot! In der Regel endet es zwar 'tödlich', aber das hängt auch noch an mehreren Faktoren. Oft ist es ja leider so, dass gar kein Interesse an einer Übernahme besteht, weil es für Mitbewerber 'günstiger' sein dürfte, einen Konkurrenten los zu werden, als sich mit den schwierigen Details einer Erhaltung auseinanderzusetzen.
Ein branchenfremder Investor wird sich fragen müssen, weshalb so ein Laden in die Grütze gegangen ist. Es ist für Investoren wesentlich interessanter, in AUFSTREBENDE Unternehmen zu investieren, als das Risiko einzugehen, dem schlechten Geld das gute hinterher zu werfen...
Auch, wenn Polo noch nicht TOT ist, sind Zweifel berechtigt, dass eine Übernahme erfolgen wird.
Die Frage ist jetzt auch, ob der Polo-Expressversand eigenständig ist und ob die Polo-Filialen unmittelbar betroffen sind. Ich bin nicht informiert, ob es sich um echte Filialen, oder z. B. um Franchise-Partner handelt, was für deren Kunden eine Chance darstellt, denn diese (Partner) könnten schnell reagieren und mit Hilfe neuer Lieferverträge wenigstens überhaupt erhalten bleiben.
Egal, wie - die Zeche zahlen so oder so die Verbraucher und, auch in Bezug auf die ggf. 'freigesetzten' Mitarbeiter, am Ende der Kette mal wieder wir alle.
So makaber, wie es klingen mag, aber nicht nur, wenn erstmal das Insolvenzverfahren in Gang gebracht wurde, ist ein RUN auf die Restposten sogar HILFREICH!
Je früher dieser Ansturm einsetzt, desto mehr Masse steht dem Insolvenzverwalter zur Abwicklung zur Verfügung. DAS wiederum stellt in der langen Kette der Abwicklungspunkte einen Vorteil dar, der auch den Mitarbeitern zu Gute kommt und am Ende auch der Allgemeinheit.
Je später die Warenbestände verhökert werden, desto günstiger werden diese Angebote sein, weil dem Insolvenzverwalter die Zeit im Nacken sitzt, aber desto geringer wird dann der Effekt für die Allgemeinheit sein.
Mit einer kleinen Chance wird durch einen schnellen Ansturm auf die Angebote sogar die Zahlungsfähigkeit soweit wieder hergestellt, dass ein Fortbestand in den Bereich des Möglichen rutscht.
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Zu den Preisen allgemein denke ich, dass zwischen den Mitbewerbern vergleichbarer Größenordnung so etwas wie ein stummes/passives Kartell besteht. Wenn man das gesamte Sortiment nimmt, dürfte man auf keine besonders großen Unterschiede beim Durchschnitt kommen. Hein Gericke fällt da m. E. etwas raus (wobei raus'fallen' eigentlich unzutreffend ist, weil man so schlecht nach OBEN fällt...), aber zwischen Polo und Louis z. B. könnte das einigermaßen hinkommen.
Was speziell die Preisgestaltung, und hier wiederum die Verhältnisse EK:VK angeht, muss man mal die Verkäufer ein Bisschen in Schutz nehmen. Nicht generell, aber die Masse der verbraucher ist sich über ein paar Umstände gar nicht im Klaren, die aber die Verkäufer prinzipiell beeinflussen.
Ich nehme mal vorweg: wo kein Kläger, da kein Richter!.... aber es gibt, aus verschiedenen Gründen, durchaus eine MENGE Kläger....
Ein Knackpunkt bei der Preisgestaltung ist unser Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.
Ein GUTES Gesetz... aber mit komplizierten Folgen!
So darf ein Artikel nicht ohne behördliche Genehmigung unter EK verkauft werden.
Kläger wird in der Regel ein Konkurrent sein, der die üblichen Bedingungen für einen betroffenen Artikel kennt. Der braucht nicht einaml benachteiligt sein. Er könnte selbst sogar noch günstigere Bedingungen haben, will aber gezielt einen Konkurrenten ausstechen, obwohl dessen Preise ggf. sogar höher sind, als die eigenen...
So darf ein Artikel nicht ohne behördliche Genehmigung preislich außerhalb des 'plus-minus-30%-Bereiches-vom-marktüblichen-Preis' liegen. Minus 30+% = Dumping = verboten. Plus 30+% = Wucher = verboten (wer da als gewerblicher Anbieter denkt, er könne verlangen, was er will, irrt gewaltig...).
Polo in diesem Fall muss sich nun alle Angebotspreise zuerst genehmigen lassen, wenn diese entweder unterhalb des EK liegen und/oder in den Bereich Preisdumping fallen würden!
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Also, Leute, auf geht's: wenn das Insolvenzverfahren noch nicht gerichtlich eröffnet worden ist, ließe sich Polo evtl. noch retten, wenn jetzt fleißig gekauft wird. Wenn das Insolvenzverfahren bereits eröffnet wurde, kann man immer noch einen volkswirtschaftlichen Schaden durch Käufe zu, sagen wir mal 'fairen' Preisen, verringern.
Was mich nun ganz persönlich ärgern würde, wäre, wenn am Ende nur wieder mal genau diejenigen am meisten profitieren würden, die eigentlich für die Misere verantwortlich sind.
Schlachtfeste haben leider immer ZWEI Seiten. Mindestens... 
GPR