Zitat von einstein1958
ich lass das erstmal an mich ranlassen und sacken ... dann antworte ich später darauf .......
Ich glaube, dass wir zwei ein paar Gemeinsamkeiten haben, die wir mal bei einem Treffen bekakeln könnten. Ale hat ja durchaus in gewisser Weise (schon wieder...) Recht:
'..letztich bleiben freizeit und unfreizeit antagonisten, deren stellrad größtenteils die monetäre ausstattung ist...'
ABER es gibt Wege, die einen dieses Problem wenigstens halbwegs und erträglich überwinden lassen (können).
Habe mehrfach 'ne Wiederholung im TV genossen, in der es von mehr oder weniger betuchten Leutchen geäußert wurde, dass ZEIT der wahre und größte Luxus ist.
Nach all meinen Erfahrungen teile ich heute diese Ansicht uneingeschränkt!
Wenn man seine Verpflichtungen geregelt bekommt, also z. B. die Familie versorgt ist, dann kommt es 'nur' noch darauf an, seine eigenen, im Wesentlichen materiellen, Ansprüche zu definieren.
Ich selbst KANN heute gar nicht mehr so, wie ich früher GEWOLLT hätte. Dafür bin ich inzwischen geradezu dankbar. Meine Lebensarbeitszeit hatte ich schon vor vielen Jahren durch die lockeren 16-Std-Tage hinter mich gebracht. OHNE dass ich davon mehr gehabt hätte, als mir gründlich die Pumpe zu ruinieren...
Und das bei überwiegend GEISTIGER Arbeit ohne übermäßige körperliche Überanstrengung.
Heute sind meine Kinder längst erwachsen und haben selbst Kinder, die in gar nicht sooo ferner Zeit ihrerseits auch schon wieder Kinder haben könnten.
Alles 'erledigt'....
Es ist nicht so, dass ich wirklich ALLES im Griff haben würde, aber ich habe mich seit ein paar Jahren mit dem Leben auf meine Art arrangiert.
Ich habe meine Ansprüche halt neu definiert. Und das verschafft mir heute ein ganz erhebliches PLUS an Zeit.
Dabei kommt mir glücklicherweise zu Gute, dass ich mehrere Berufe habe und ziemlich flexibel geblieben bin.
Was ich heute z. B. anders mache, als früher, ist, dass ich heute darauf verzichte, JEDEN Arsch zu bedienen, der meint, seine Kohle würde reichen, um mir alles nach Belieben abverlangen zu können. Unter Zeitdruck setze ich mich nur noch selbst.
Viel Verständnis für meine Lebensart ernte ich nicht.
Es gibt nur wenige Leute in meiner 'Umgebung', die begreifen, dass der vermeintliche Verzicht, den ich akzeptiert habe, in Wirklichkeit gar nicht SOO riesig ist.
Mehr, als Essen, Trinken und die gewonnene Zeit auf diverse Aktivitäten verteilen, kann ich doch gar nicht.
Trotz des Verzichtes habe ich ein Haus mit kleinem Garten, 1 plus 2 (Reserve-)Autos, ein Kanu, ein Fahrrad, einen Hund, einiges an Werkzeug, einen einigermaßen modernen Haushalt....
Und - 'ne Mopete plus Reserve!
Was ich nicht mehr so ohne Weiteres kann, ist eben aus dem Vollen zu schöpfen.
Wenn ich mehr will, als im Alltag so üblich ist, dann muss ich bei Bedarf halt auch etwas mehr leisten.
Aber genau dort habe ich ja gerade 'umgeschaltet'. Nicht mehr dauernd auf Vorrat leisten, um dann mal bei Bedarf die dann noch verbliebene Zeit und Kraft geniessen zu können.
Nochmal, um Mist-verständnissen vorzubeugen: wer z. B. familiäre oder andere schwerwiegende Verpflichtungen hat, der hat mehr Probleme, sein Leben 'gesund' zu organisieren. Es gibt Beispiele von Leuten, die trotzdem ein 'entspannteres' Leben führen, aber dazu gehören Lernprozesse, vielleicht eine entsprechende Erziehung, Erfahrungen, - und wohl auch Wille und Durchsetzungskraft, in jedem Fall ein gesundes Selbstbewusstsein. Wenn man nicht in der Lage ist, seinen Mitmenschen gegenüber auf jegliche Rechtfertigung zu verzichten, wird man es schwer haben, einen Lebensstil solcher Art geniessen zu können.
Auch wenn nicht alles übertragbar ist, aber allein an dem Slogan 'Sorge dich nicht, lebe!', ist einiges dran.
Es ist nicht so einfach, von einem auf den anderen Tag einen Lebensstil zu ändern.
Wer allerdings spätestens nach der zweiten Herzattacke nicht umdenkt, der hat was an der Marmel...
Ich kann einen Grundsatz beisteuern, der vielleicht hilfreich ist. Selbst abgekupfert, aber, weil verstanden, deshalb verinnerlicht. Wenn man noch Kant's kategorischen Imparativ beimischt, wird's noch besser...
:
Bedenke bei jeder Entscheidung, die Du triffst, ob dies Deine Situation am Ende verschlechtern wird.
Fazit: Du kannst vieles riskieren, was Dir nicht von vornherein schadet.
Dabei aber noch den Begriff Egoismus weitreichend definieren, also beim 'Schaden' nicht so kurzsichtig sein.
Jetzt noch 'ne Portion Kant und meinetwegen auch ein paar religiöse Grundsätze dazu, denn Du sollst ja nicht über's Ziel hinaus schießen...
Wie man das alles kombiniert, ist sehr von der Persönlichkeit abhängig. Das Resultat dann auch... 
Ich habe Kant eine hohe Bedeutung beigemessen. Mit Folgen, die nicht jeder Mensch tragen möchte.
Z. B., als meine erste Tochter unterwegs war.
Arbeit nach eigener Einteilung, um z. B. die Kurse zu Schwangerschaft und Geburt mitmachen zu können.
Ich habe mir also die Freiheit genommen, selbst über meine Zeit zu verfügen.
Folge: Job weg.....
Schaden: keine Kohle.
Nutzen: unersetzbare Erfahrung und vielleicht eine kaum bemessbare Bindung zu Frau und Kind!
Alles eine Frage der Philosophie.
Ich habe den Schaden in Kauf genommen, weil mir der mögliche Nutzen viel wichtiger war.
Ein anders geartetes Beispiel: ein Bekannter war Geschäftsführer mehrerer Einzelhandelsverbände, Anwalt, Familienvater... Jahrelang im Dauerstress. Bis ihm jemand gesagt hat: 'Mach Urlaub, nimm Dir Deine Wochenenden, mach zeitig Feierabend!'. Das könne er sich nicht erlauben, hatte er lange Zeit gedacht. Und alle haben darauf spekuliert und ihn ausgenutzt. Bis er es mal versucht hat. Da hat er ganz schnell kapiert, dass er zwar auch ersetzbar ist, aber man hat ihn nicht ersetzt. Man hat seine Qualitäten geschätzt. Er hat sich schnell erholt. Seine Ehe nicht.... Dafür war's schon zu spät.
Doch jeder Mensch muss allein für sich entscheiden, ob seine Situation Entscheidungen erlaubt, die mit seinen Zielsetzungen in Einklang zu bringen ist.
Zeit ist Luxus. Luxus hat seinen Preis. Ist eben die Frage, ob man nicht über diesen Preis soviel zurückgewinnt, dass es sich lohnt. In Form von Lebensqualität und am Ende durchaus auch Lebensdauer.
Ich kann nur jedem empfehlen, für sich zu prüfen, ob, wann, wo und wie ein wenig Verzicht in Frage kommen würde. Ist bestimmt nicht einfach. Ist aber auch echt Asche, wenn man eines Tages UNFREIWILLIG an diesen Punkt kommt. Da ist man dann wahrscheinlich kaum darauf vorbereitet.
GPR
P.S.: mir ist vor ein paar Tagen auch so 'ne E-Zise vor die Nase gekommen. Konnte leider nicht probieren, klingt aber interessant. Werde mal checken, ob sowas für mich in Frage kommt. Hatte letzte Woche wieder erhebliche Probleme mit der Pumpe....