Hi Rainhard,
Ich nehme so was nicht persönlich, die Werbe Videos dieser Firmen,
ob sie Deckel Maho oder Mori Seiki heißen, braucht man nichts zu sagen,
die spiegeln den Stand der Technik wieder oder der der nahen Zukunft.
Da reden wir auch über 7 Stellige bertäge um die Fertigung in gang zu bringen.
Wir reden hier von Multi Achsmaschinen die auch nicht mehr von Menschen programmiert werden, bei der Anzahl und Komplexität der Bewegungen auch unmöglich für ein einzelnes Menschliches Gehirn, hierzu mal…
Ich kenne einen Maschinenbau Student in Erlangen, der hat mir mal die nächste Generation der Steuerungen und der Programmierung erzählt.
Der Rechner bekommt die 3D Zeichnung, und die Abmaße des Halbzeuges, erstellt selbstständig sein Programm, wie und in welcher Reihenfolge er es Spanen möchte, hat in der Maschine aktive Lasermesssysteme um Position und Größe des Halbzeuges zu bestimmen, Drehmomentüberwachungen für die Werkzeuge, also weis die Maschine genau wann das Werkzeug stumpf ist. Automatisches Werkzeugvermessen, usw
Man braucht eigentlich nur noch jemanden der das Werkstück wechselt und ggf Stumpfe Werkzeuge wechselt, nicht mal jemanden zum Nachmessen braucht die Firma, das macht die Maschine beim Fertigen mit den 3D Laser
Die Realität in einem Kleinbetrieb schaut anders aus.
Ich denke du kennst dich in der Branche aus, die Anforderungen an Qualität, Oberflächen, Passgenauigkeit ( wir reden hier über die zweite und dritte Stelle hinterm Komma) gestellt werden sind schon enorm und das vor allem Schnell.
Ich bin im Sondermaschinenbau tätig, Einzel- und Sonderanfertigung. 50+ Stunden in der Woche mindestens. Eine ruhige Kugel schieben ist was anderes, dafür aber auch sehr Flexibel in der Arbeitszeit, ich kann Arbeiten wann ich will hauptsache es wird gemacht.
Morgens eine Zeichnung und Abends ein Bauteil, Ein oder Zwei Bauteile sind die Regel bei uns, dann kommt ein neuer Auftrag und wieder ein neues Programm schreiben.
Man könnte meinen da ist was verdient, leider ist das nicht so, es gibt Länder da ist es egal wie lange die dort brauchen, einziger Vorteil ist das wir für Betriebe in der Umgebung Arbeiten, schnell reagieren können und auch mal das Pumpenersatzteil Abends vorbeifahren kann.
Mit dem Kunden die Problemstellung durchgehen können und gemeinsam Lösungen suchen, denn meist haben die Herrn Ing. keine Ahnung von der Wirtschaftlichen Fertigung und malen auf ihren Zeichnungen manchmal die Haarsträubensten Dinge.
Ich hab da noch Glück, meine Maschine ist 3 Jahre alt, hat 300.000€ gekostet ist noch nicht abbezahlt aber hab soweit alle Werkzeuge zum vernünftig und Wirtschaftlich zu Arbeiten.
Es ist eine 3 Achsen Maschine mit Grafischer Programmierung, Magazin mit 40 Werkzeugen, eine Werkzeugverwaltung (Schnittdaten usw) mit 300 Plätzen und Materialdatenbank.
Dann kommt das Werkzeug, du kannst ja nicht jedes Mal ein Werkzeug neu rüsten und vermessen wenn du es brauchst, Also um Wirtschaftlich Arbeiten zu können braucht Standartwerkzeuge die gerüstet und Vermessen sind.
Standartwerkzeug:
- Schaftfräser 1- 20VHM, in Schrupp und Schlicht sind 40 Fräser der mm Fräser kostet 10€ im Schnitt - Also ein 20mm Fräser 200€ - +Ersatz
- Reibahlen 1-16mm VHM mit IK, die mm kostet 30€ die 16mm 300€
- Bohrer VHM IK für jede Größe, Schnitt 50€ - 16 Bohrer + Ersatz
- Gewindeschneider M2- m16
- Kernlochbohrer VHM IK - Schnitt 50€ 9 Stück + Ersatz
- ein Paar Messerköpfe zum Planfräsen, kostet im Schnitt 400€ + 100€ Plattensatz dazu
- und jetzt kommen dazu noch Aufnahmen die ca 50-70€ Stück kosten - ich denke 200 werden wir alleine für unsere Standartwerkzeuge haben,
dazu kommen noch die Aufnahmen die man braucht um Flexibel zu sein - Weldon SK40 in jeder Größe bis 25mm, ER Spannzangenaufnahmen + min. 2 Sätze Spannzangen,
HD Futter150€ Stück, Reduzierungen für das HD Futter, kostet der Satz 2-20mm in 2mm Abstufungen 1000€
und für die Reibahlen Hochpräzisionsfutter mit Rundlaufgenauigkeit von 0,002mm 300€ Stück
ein Paar andere Spezialwerkzeuge wie Spindelwerkzeuge 1000€ Stück für durchmesserbereich 16-26 dann brauchst die Nummer Größer,
Spannstöcke nicht zu vergessen 1000€ Stück, unterlegplatten 800€ und und und
und dann hast 100.000€ an Werkzeug ausgegeben nur das du vernünftig Arbeiten kannst und nicht immer irgendwie….. hast aber noch nicht gearbeitet und nichts Verdient.
Jetzt kannst anfangen Aufträge an Land zu ziehen, hast aber nur eine Fräsmaschine, wennst Drehen willst gibst du noch mal das gleiche aus.
Hier nur mal so nebenbei erwähnt……
Außerdem:
Ich kenne auch niemanden der in der Großfertigung bei Simens usw, wo die Maschinen 3 Schichten laufen, der Zeit hat an die Maschine zu gehen und ein mal einen Tag zu „Spielen“ um irgend ein Teil für sein Hobby zu machen.
Ich bin in der glücklichen Lage das ich über die Maschine neben meiner Arbeitszeit frei verfügen kann, einzige Abmachung ist das wenn ich Werkzeug kaputtmache Zahl ich es auch.
Maschinenstundensatz pro Betriebsstunde 20€
Ich finde das ist mehr als Fair.
Ich setze mich dann noch an den Rechner und Zeichne mir die Ideen die ich habe.
Übrigens ich Zeichen in Solid Works 2009, sollte jemand mal eine Idee haben, eine Zeichnung und es erspart mir einen haufen Arbeit
Also Leute nichts für ungut, Sonderanfertigungen sind eigentlich kein Problem aber ich bringe nichts mit und die Ansprüche sollten sich in Grenzen halten.
Thorsten