OhOhOh.
Erstmal Graphit. Gibt's auch zum Sprühen, wäre hier aber nicht gut. Das sind mehr oder weniger kleine Plastikflaschen mit ner Spitzen Öffnung zum feinen Dosieren. 'Graphit-Öl' ist sinnvoller, als reines Graphit-Pulver, weil es beim Auftragen besser haftet. Der ölige Anteil wird im Falle der Zündkerzengewinde ohne störende Rückstände schnell verbrennen, das Graphit wird verbleiben und für Gängigkeit sorgen. Man findet das Zeug u. A. häufig auch dort, wo Türschlossenteiser im Regal liegt (weil es vorbeugend die bessere Alternative ist).
Niemals nur Ölen. Die Kompression könnte dafür sorgen, dass sich die Kerze rausarbeitet !
Niemals die oft empfohlene Kupferpaste verwenden ! Es fließt Strom, ein galvanischer Prozess läuft ab und verhunzt das Ganze !
Wenn Du eine Reserve-Kerze mitführst, bearbeite das Gewinde mit Graphit-Öl und wickle zumindest das Gewinde z.B. mit Teflonband ein, damit die Präparierung erhalten bleibt - oder nimm eine winzige Graphit-Öl Tube/Flasche/Ampulle mit.
Im ersten Anlauf könnte im Falle eines vernudelten Alu-Gewindes ein einfaches, vorsichtiges Nachschneiden, in diesem Fall mit einem M14x1,25 Gewindeschneider, ausreichen.
Bei HELICOIL ist keine für den Laien taugliche Anleitung dabei und auch kein erforderlicher Bohrer! Die Standart-Bohrspitzen sind zu dick oder zu dünn!!! Und man sollte Sinn und Zweck des HELICOIL Gewindeschneiders vor dessen Anwendung verstanden haben, denn der entspricht nicht einem Standart-Gewindeschneider (weshalb das Mistding auch solo schon ab 23,- Piepen kostet >:-((( ...)
Egal, welche Einsätze am Ende verwendet werden, es könnten Alu-Späne in den Zylinder fallen - was sehr schädlich werden kann, wenn diese nicht herausgesaugt werden können, nicht durch den Druck herausgeschleudert werden usw. Die Zylinderwände können Riefen bekommen, die Kolben können klemmen, die KJolbenringe können kaputt gehen, die Ventile können Schaden nehmen, die Alu-Späne können schmelzen und die Oberfläche der Kolben verhunzen.....
Es gibt eine Möglichkeit, das Originalgewinde nachzuschneiden und einen Einsatz für eine M12 statt der Originalen M14 Kerze zu verwenden, was nicht so auf das Material bzw. die Substanz geht; man muß nur bei den M12ern auf die richtigen Wärmewerte und natürlich die Gewindelänge achten.
Wenn man keine Tricks, wie die Verwendung von Luftballons oder eines vor dem Bohren/Schneiden in den Zylinder so eingesetzten Schutzes (wirkt wie ein Diaphragma...), dass man ihn auch wieder herausbekommt (Mensch, schon wieder dieses zweideutige Vokabular...), beherrscht, sollte man die ganze Arbeit am Besten im AUSGEBAUTEN Zustand vornehmen! Kopf ab, Dichtungen bereit halten (man weiß ja nie, ob die alten nochmal verwendet werden können...).
Weiterfahren kannst Du wahrscheinlich schon, aber Du solltest in jedem Fall so schnell wie möglich checken, woran Du bist.
Noch etwas. Wenn die Kerzenaufnahmen aus Alu erstmal versaut wurden, nutzen meist die Drehmomentwerte nicht mehr viel, weil jetzt das 'Rest-Alu' weicher ist, als im Normalzustand. Da hilft beim Eindrehen der Kerzen nur noch Feingefühl und ein gutes Auge (Anschlag des Dichtungsringes...).
Und immer noch etwas. Wenn die Kerzen schon mal mit Gewalt eingedreht und/oder verkantet wurden, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du bereits Späne im Zylinder hast oder hattest (siehe oben..). Kerze raus, den Kolben erstmal halb nach oben bringen (Kicker), reinleuchten, nachschauen, den Kolben langsam weiter nach oben bringen, bis soviel wie möglich zu erkennen war. Sind Späne erkennbar, kannst Du zwar versuchen, diese heraus zu saugen, aber sicherer ist es, den Kopf abzunehmen (ab zu nehmen ??? Sch...) !
So, jetzt drücke ich erstmal die Daumen, dass das Problem durch vernünftiges Eindrehen der Kerzen behebbar ist!
(Dafür habe ich jetzt auch wieder keine Zeit mehr, Dir 'ne RM zu schreiben >;-) ...)
GadND