Zitat von hiha
Noch eine gute Idee: Die "Schlauchwaage":
http://www.r1200c.de/wartungreparatur/sy...n/anleitung.htm
Das ist doch schon mal 'ne Alte Naive! Hab' ich, als ich mal über's Improvisieren sinnierte, schon dran gedacht, bin aber auch auf eine weitere Alternative gekommen.
Hab' mich ja bereits mehrfach als nicht-geizig-aber-sparsam geoutet.
Es ist nun mal eine Tatsache, dass teuer eben nicht zwingend auch gleich sehr gut ist.
Aus meiner Erfahrung heraus, dass diverse Manometer nicht nur für eine Überdruck, sondern auch für eine Unterdruckmessung geeignet sind (weil sie 'nach unten' keinen Anschlag besitzen, oder einen, der sich entfernen lässt), habe ich gar nicht mehr nach günstigen Synchronuhren geschielt, sondern geeignete Manometer von Doppelzylinder-Fusspumpen ausprobiert.
Da es beim Synchronisieren von Versagern ja nicht um die Einstellung eines vom Hersteller vorgegebenen Wertes geht, sondern um die Optimierung jedes Einzelnen und WEITGEHENDE Gleichrichtung der Verhältnisse in den Vergasern, genügt also im Prinzip durchaus eine 'Mess-Uhr', mit Hilfe derer man einen Bereich eingrenzen kann, innerhalb dessen sich Schwankungen zeigen, die man durch Drehen an der Gemsichschraube in beide Richtungen erzeugt.
Dieser Bereich braucht noch nicht mal in Bar, AtÜ oder sonstwie angezeigt werden; eine halbwegs feine Skalierung, auch selbst angefertigt, reicht.
Und die Tatsache, dass das Gemisch im Idealfall ein Verhältnis 13,2:1 von Luft zu Sprit haben soll, wird durch ein Manometer eben nur MITTELBAR angezeigt, nämlich durch das Erreichen des optimalen (Mittel-)Wertes, der sich genau dort befindet, wo bei vorab fixierter Drehzahl (3000 bei nicht totgelegten Zylindern) die Drehzahl bei Drehen der Gemischschraube in BEIDEN Richtungen wieder abfällt. Für Öko-Bewusste sei erwähnt, dass gleichzeitig damit auch die Abgaswerte optimiert (nicht minimiert) werden.
Da beide Vergaser möglicherweise abweichenden Fertigungstoleranzen unterliegen, ist es nicht 100% maßgeblich, dass die Unterdrücke links und rechts identisch sind, sondern dass für jeden Vergaser jeweils das Optimum erreicht wird.
Genau genommen ist eine Vergaser-Synchronisation selbst mit den teuersten Instrumenten nur eine Annäherung!
(Übrigens einer von vielen Gründen, weshalb eine moderne Anlage mit elektronischem Motormanagement läuft, bei dem jeder einzelne Zylinder auch einzeln überwacht und angesteuert wird, was natürlich am Besten durch eine Einspritzanlage ermöglicht wird)
Zwischendurch bemerkt sei, dass JEDE Art von (funktionierendem) Manometer in der Praxis meistens besser ist, als das Gehör >;-) Soviel zu der Annäherungsmethode über Drehzahl, Zylindertotlegen, Mittelwert per Ohr und Gefühl annähern.... Aber, die Methode kann immerhin die Maschine sehr ordentlich zum Laufen bekommen, - und es gibt halt auch Leute mit ganz ausgezeichnetem Gehör und Super-Feingefühl!
Der Vorteil der ZWEI Manometer bei zwei Vergasern ist klar: es gibt keine (zusätzlichen) Ungenauigkeiten durch zu viele beigeordnete Faktoren (Gasgriff nicht exakt in beiden Fällen (li Zyl./re Zyl. ...) justiert, Zündkontakte/ZZp nicht 100% bei li/re identisch...).
An dieser Stelle noch einmal zur Drehzahl: der Wert 3000+ ist durchaus relevant, zumindest aber nicht zu unterschätzen, da diese Drehzahl sicherstellen soll, dass Unterdruckschwankungen durch Frühzündungsschwankungen ausgeschlossen werden können - man erinnere: ab 3000+ spätestens soll die Frühzündung (bei der XS400) ihren Maximalwert erreicht haben.
Mit ZWEI Manometern braucht also nicht links oder rechts einzeln angenähert werden, sondern bei idealer Basisdrehzahl können die Unterdruckmittelwerte der beiden Seiten praktisch parallel ermittelt werden.
Wenn man nun also mit umfunktionierten Billigmanometern arbeitet, muss man 'nur noch' darauf achten, dass man genau hinschaut.
Hat man Angst, dass die Manometer evtl. nicht beide gleich (gut) arbeiten, dann wechselt man die Manometer nach dem Einstellen gegeneinander aus. Erweisen die Manometer sich als nicht gleich gut funktionierend, ist das im Endeffekt aber nicht tragisch, weil man mit dem besseren Teil auf der entsprechenden Seite ja feinjustieren kann! UND: auch teure Manometer garantieren NICHT die absolute Identität...
Genau genommen (s.o.), brauchen die beiden Manometer noch nicht einmal identisch sein, bzw. gleich gut funktionieren...
Ein paar Tipps für die, die sich mein Experiment zu Eigen machen wollen:
Zu allererst am Schlauch des Manometers (€ 2,95 - 6,95) saugen, um die Tauglichkeit festzustellen;
Die Gläser mit den Skalen, die NICHT in den Unterdruckbereich gehen, einfach lösen und verdrehen, ggf. neue Skala anlegen oder ergänzen, ggf. sogar umgekehrt neu montieren;
zittrige Nadeln, die man nicht bändigen kann, lassen immerhin zu, dass man einen kleinen Bereich markieren kann, innerhalb dessen das Optimum liegt; der Mittelpunkt des Bereiches kann ja mit gutem Auge markiert werden; es 'wandert' dann beim Verstellen eben nicht nur ein Punkt oder Strich, sondern ein kleiner Bereich... Wichtig ist doch am Ende, dass man den Punkt findet, ab dem der (in diesem Fall) Bereich zu Wandern beginnt >:-)
Ganz mutige Bastler können auch die Anzeige ihres Manometers öffnen und die Nadel mit z.B. gereinigtem Leinöl (Kunstmalerbedarf) dämpfen (Verschluß mit Silikon oder Epoxydharz etc.).
Aber, wem das alles zuviel Aufwand ist, dem ist natürlich auch mit der Schlauchwaage gedient >;-))
Für die, die das Ganze als zu primitiv erachten: bei einem modernen Motor mit Kat und Einzweidreispritzung sehe ich die wahrscheinliche Notwendigkeit eines Präzisionsinstrumentes durchaus ein >;-))
Na, einer dabei, der's riskiert, meine Methode nachzumachen? Lasst mal hören, ob's und wie's dann gelaufen ist!
Viel Spaß,
Gruß aus dem NASSEN DREieCK