Das Thema vernünftige Kleidung haben wir hier ja schon.
Da wollen wir doch mal ein wenig ins Detail gehen und uns als erstes mal mit dem Kopf beschäftigen, bzw. damit wie man ihn am besten schützt.
Helm ist klar aber welchen ?
Sicher habt ihr schon Erfahrungen mit diversen Helmen gemacht und könnt so manchem Einsteiger ein paar Tipps geben, auf was man achten soll beim Helmkauf. Leider ist die Fachberatung auch nicht mehr daß, was sie mal war. Vielfach wird nur noch verkauft und der Kunde bleibt letztendlich auf der Strecke.
Zunächst einmal die graue Theorie, das ist die ECE Norm 22/05 nach der die Motorradhelme hergestellt werden müssen:
ECE 22 - 05
Die ECE–Norm ist eine europäische Verordnung nach deren Richtlinien Schutzhelme für motorisierte Zweiräder hergestellt werden müssen. Um diese in Deutschland wirksam werden zu lassen bedarf es einer Verordnung in unserer Straßenverkehrsordnung. Anfang 1990 wurde diese Tragepflicht im Paragraph 21 a der Straßenverkehrsordnung festgelegt. Nachdem man sich über die Form und Anbringung der ECE Etikette nicht einigen konnte, wurde nach kurzer Zeit eine Ausnahmeregelung in Kraft gesetzt, die das Tragen eines Helmes vorschreibt, der sich nach den Vorgaben der ECE Norm richtet. Diese Ausnahmeregelung gilt jedoch nur in Deutschland, in Österreich und den anderen Nachbarstaaten wird die Einhaltung der ECE Norm gelegentlich kontrolliert.
ECE-Norm 22–05
(ECE: Economic-Commission for Europe )
Seit Anfang dieses Jahres ist die fünfte Novellierung der ECE-Norm Version 22-05 in Kraft getreten.
Wichtig ist, dass für den normalen Straßeneinsatz jede dieser fünf Versionen ihre Gültigkeit besitzt. Für den Sporteinsatz sind die Versionen ECE 22-04 und -05 uneingeschränkt gültig, von der Version ECE 22-03 nur noch die Helme, die auf der DMSB – Liste aufgeführt sind.
Den Herstellern wurden folgende Übergangsfristen eingeräumt.
bis Ende 2002 werden auch noch Prüfungen nach ECE 22-04 abgenommen (voraussichtlich mit Fristverlängerung )
Die ECE-Norm legt folgende Kriterien bei der Prüfung fest:
Größe und Form der Dämpfungsschale,
chemische Resistenz der Außenschale,
Stoßdämpfungswerte an einzelnen Punkten durch den Falltest,
Abstreiftest vor allem bei den kleinen Größen,
Belastbarkeit des Kinnriemen und die Absicherung des Kinnriemen.
Belastbarkeit des Kinnriemenverschlusses,
Größe des Sichtfeldes,
Durchdringungswiderstand des Visiers, Tönung des Visiers
Bei der Prüfung nach ECE 05 gelten zusätzlich noch:
Senkung der z.Z. gültigen Grenzwerte für Kopfverzögerung und HIC ( Head Injury Criterion ) um 10%. Damit wird die Kollisionsgeschwindigkeit zwischen Kopf und Anprallobjekt höher angesetzt, wodurch eine höhere Sicherheitsreserve geschaffen wird,
Kinnaufschlag, Prüfung der Kinnteildämpfung,
Messung der Rotationsbeschleunigung ( Außenschale ),
Visiertönung, bis zu 50 % Tönung: ausschließlich Tagesnutzung mit Kennzeichnungspflicht,
das ECE – Etikett muß mit Klarsichtfolie übernäht werden,
Kinnriemensicherung wie bisher, jedoch nicht für TRIAL- Helme
Die ECE-Etiketten haben folgenden Aufbau:
E3 05 12345/P 67890
E3 besagt die Prüfstelle (es gibt über 20 Prüfstellen)
05 steht für die Version der ECE-Norm
1234 dies ist die Homologationsnummer
1234 / P dies besagt die Kinnschutzprüfung bestanden
1234 / PN Kinnschutzprüfung wurde nicht vorgenommen ( z.B. bei Jet–Helmen)
67890 die restlichen Nummern sind interne Herstellerkennungen
Soviel dazu und nun ist, wenn ihr Lust habt, Eure Erfahrung mit den Helmen gefragt.
Grüße
Achim