Gewiss nicht perfekt.
Aber die Vergleiche mit 'den Anderen' ergeben sich ganz automatisch. Die vielen Verkehrsteilnehmer, die sich ok verhalten, fallen einem nicht weiter auf. Situation ok = für's Gehirn nicht wichtig = keine Gefahr = wird nicht ins Langzeitgedächtnis übernommen....
Dann hat man auch noch das gleiche Problem mit 'den Anderen', wie DIE wiederum in gewissen Situationen mit einem selbst.
Wenn einem an einem Tag hundert andere Fahrer quer kommen, dann können das natürlich auch hundert Leute sein, die vielleicht zum ersten Mal in ihrer Fahrer-Karriere einen dusseligen Fehler gemacht haben. Das ist also in jedem Einzelfall ganz bestimmt verzeihlich. Aber wenn einem als (Mit-)Betroffenen der vermeintliche 'Dussel' nicht schon als 'Wiederholungstäter' bekannt ist, sammelt man sozusagen nur die Menge an unschönen Situationen.
Den anderen Verkehrsteilnehmern wird's aber genauso gehen. Nur, dass man in deren Augen dann halt der Depp ist....
Auch, wenn man noch so umsichtig fährt, wird immer wieder mal ein kleines Malheur passieren.
Da fährt man von Norden auf den Elbtunnel zu. Mittlere Spur. Leichte Rechtskurve, also eher ein langgezogener Bogen. Tempolimit. Kameraüberwachung. Wer hier rast, ist nur blöd! Keine Mucke an, kein Telefon in Gebrauch, kein nervender Beifahrer. Blinker links. Blick in den Spiegel, Blick über die Schulter, kommt nix, links rüber, um in die mittlere der damals nur 3 Röhren zu kommen. Da HUPT'S.... Da ist einer, trotz Tempolimit, mit seiner K100 von hinten angeflogen gekommen. Ich konnte grade so eben noch zurückzucken und der Vogel ist knapp noch auf dem Asphalt geblieben.
Der hatte natürlich Licht an. Aber die Situation war insgesamt problematisch.
Hätte, wäre, wenn... Wär der Typ nicht zu schnell gefahren, wär' die Situation nicht entstanden. Isser aber. Wär' ich in der Mitte geblieben und hätte bis nach der Kurve gewartet, wär's auch ok gewesen...
Nur, als das passiert war, hab' ich gedacht: 'Auha! Den hättste beinahe abgeschossen!' und nicht 'So ein Vollidiot! Hier so zu rasen!'. Ich bin nicht sicher, oder der Typ auf der BMW besonders mild in Gedanken mit mir umgesprungen ist, bzw., ob der seinerseits besonders selbstkritisch mit sich umgegangen ist.
Ist aber 'ne andere Sache.
Das ist so, wie mit der Arbeit und den Fehlern.
Wer arbeitet, macht auch Fehler. Wer viel arbeitet, macht auch viele Fehler. Ich mache keine Fehler... 
Will sagen: wer viel fährt, begenet auch vielen anderen Fahrern. Über den Tag verteilt kommt da also einiges zusammen. Aber auch, wenn jeder für sich genommen sehr selbstkritisch ist, bleibt für jeden das subjektive Empfinden: DIE SPINNEN DOCH ALLE! 
Die Welt ist schlecht! Alle denken an sich! Nur ich denk an mich!.....
Insgesamt kann ich aber für mich schon in Anspruch nehmen, dass ich so gut wie noch nie Motorradfahrer gefährdet habe. Auch, wenn ich mit dem Auto manchmal sehr viel flotter unterwegs bin, als mit dem Mopped, kommen allgemein andere Verkehrsteilnehmer in meiner Nähe sehr, sehr selten durch mich in Situationen, die kritisch sind. Ich kann zum Glück auch blitzschnell von andersgearteten Fahrstilen auf defensiv umschalten. Mir hilft dabei z. B. auch das tief im Bewusstsein verankerte 'Lebensziel', niemals im Leben einen Fußgänger oder Radfahrer oder gar ein Kind plattzumachen. Mögen also bitte niemals spielende Kinder auf der Autobahn rumtoben... 
GPR