Zitat von Klaus2910
Gestern, ich fuhr auf der A42 und wechselte auf die A59 in Richtung Duisburg.
Wer die Ecke nicht kennt, es geht stramm bergab in einer langgezogenen Kurve, und da habe ich plötzlich bei ca 100 km/h vorne nen Vollplatten.
Der Lenker schlägt wie verrückt, rechts Leitplanke, links LKW. Dahinter auch Verkehr ohne Ende.
Ich bekomme sie ohne zu bremsen, nur Motorbremse zum stehen.
Ein Suzi-Fahrer der vorher hinter mir war hält an, fragt ob er helfen kann, hat alles gesehen, wie ich da geeiert bin und meinte daß er sowas noch nicht gesehen hat, unglaublich daß ich meine X noch gesund an den Straßenrand brachte.
Man, bin ich froh daß ich auf den Superbike-Lenker umgebaut habe, mit den Stummeln gäbe es mich wahrscheinlich nicht mehr.
Nun habe ich einen Geburtstag mehr.
Schuld ist ein kaputtes Ventil, ein Scheß-Ventil für ein paar Pfennige...
Mir ist etwas ähnliches damals mit meiner Z650 am späten Abend (schon dunkel) bei Tempo 180 passiert. Das war 1981 auf der Fahrt von Berlin nach Hause. Ich war damals auf Montage in Berlin. Jedenfalls gab es da ja noch die DDR mit ihrer Transitstrecke.
Dort durfte man ja nur 100km/H fahren. Wieder auf westdeutschem Gebiet habe ich dann den Hahn aufgedreht, wollte ja schnell nach Hause. Man fuhr zur damaligen Zeit gerne einen M-Lenker, so auch ich. Plötzlich fing er an zu schlackern, also Tempo runter,
Motorrad erst ruhig, dann wieder schlackern, Tempo weiter runter, usw. Jedenfalls bin ich dann noch bis zu einer Baustelle langsam
weitergefahren. Ich hatte eine Platten vorne, was jetzt tun, Handys gab es noch nicht. Weit und breit kein Haus zu sehen (irgendwo
bei Wolfsburg). Dann sah ich am Ende der Baustelle ca. 1,5km entfernt ein Licht. Also Tankrucksack runter, Lederkombi auf, es war Sommer und relativ warm. Auf Schusters Rappen ging es dann weiter in Richtung Licht. Als ich näher kam erkannte ich einen Wohnwagen, also klopfte ich an, und ein junger Mann öffnete die Tür.
Er frug mich, was ich von im wolle. Nachdem ich im meine Geschichte erzählt hatte, lud er mich auf ein Bier und einen Teller Nudeln ein. Er war beruflich dort, Engländer, und für die Baustelle und deren Beleuchtung zuständig.
Ich fahre auch Motorrad sagte er, ich mach Dir einen Vorschlag. Du kannst heute Nacht hier im Vorzelt auf der Liege schlafen, morgen fahren wir zu Deinem Motorrad, bauen das Vorderrad raus und weiter zum Reifendienst.
So ist es dann geschehen, am nächsten Tag konnte ich meine Fahrt dann fortsetzen, nachdem ich mich unzählige Male bei im bedankt hatte. Diese Nacht werde ich in meinem Leben nie vergessen!
Ich hoffe, ich habe Euch mit meinem Erlebnis nicht gelangweilt, aber die Geschichte fiel mir plötzlich wieder ein, als ich von "Klaus2910" seinen Schrecksekunden gelesen habe.
Gruß, Udo