der bericht wird nur langsam, zumindest habe ich den defekten link oben endlich mal gefixt...
zumindest das schrauberische highlight der tour will ich euch jedoch nicht länger vorenthalten.
die inspektion meiner kuh vor der tour ergab, daß die kupplung kurz vor der von bmw angegebenen verschleißgrenze ist.
6mm neu, 4,5mm verschleißgrenze. meine maß 4,65mm.
mahlzeit.
1200 euro bei bmw (kein witz...),
oder einen ganzen tag (den ich nicht mehr übrig hatte) schrauben,
oder einfach so losfahren, und evtl unterwegs liegenbleiben...

langes nachdenken, kurzer entschluss: ich mache die reparatur nicht vorher, nehme aber ersatzteile mit.
ich habe also eine reibscheibe, ein paar fächerunterlegscheibchen und etwas geschnorrte paste vom freundlichen mitgenommen.
unsere tour ging von gießen richtung dresden in die tschechei, dann in die slowakei (hohe tatra und slovensky raj), dann in die ukraine. dort sind wir durch die südlichen karpatentäler bis nach cernivci gefahren, haben uns gegen odessa und für die rumänischen karpaten entscheiden, diese genossen und in schwarzmeernähe die donau nach bulgarien überquert. nach einem halbzeitruhetag in der römerstadt nessebar an der schwarzmeerküste ging es weiter nach istanbul und über griechenland, bulgarien und rumänien nach ungarn an den balaton.
der tourometer zeigte rund 5500km
bis hierhin hat die kupplung alles mitgemacht,
und es waren echt harte passagen dabei, insbesondere durch die ukraine. schotterpisten mit grobem gestein bei voller beladung und deutlich über 30 grad C.
vom balaton weg wollte ich geschmeidig an einer gruppe dosen vorbeiziehen, aber alles was sich im cockpit bewegte war der dzm.
also kurzerhand an den pannoniaring und dort die chance auf anständiges werkzeug (schlagschrauber etc) und einen schraub- und schlafplatz genutzt.
die reibscheibe war genau so weit runter, daß die köpfe der schrauben eben so angeschliffen waren. die dicke der scheibe war GENAU 4,5 mm.
soviel dazu. bei 4,5 (bmw-verschleissgrenz-angabe) ist definitiv schluss...
klar, ich hätte mit sanfter gashand die schaufel auch über die bahn heimbekommen, aber vor uns lagen ja noch österreich, slowenien, italien, österreich und good old germany...
nach 6h (incl sturzbügel, kofferträger pipapo ab- und anmontieren) war der käs gegessen (die bmw-werkstatt braucht 5h...), die kuh hat ne neue reibscheibe und die kupplung funzt wieder.



direkt nach der schrauberei habe ich fast die heulerei bekommen, denn bei gezogener kupplung gab es ganz fiese kratzquietschschabgeräusche,
deren ursache war aber nur die falsche einstelung des umlenkhebels am getriebegehäuse. nach justierung war alles fein.
auf den ersten 1000km hat die kupplung dann noch ordentlich nachgegeben, und im stau auch etwas gestunken,
vermutlich sind die druckplatten nicht mehr völlig plan.
dennoch, alles greift vom feinsten, die karawanken und der triglav-nationalpark waren ein kurvenheiztraum. wir haben - wie es sich gehört - mit grobem profil und voller beladung die superdukes und joghurtbecher gejagt und zur strecke gebracht - die kupplung war und ist bis heute lieb
7300km schönes motorradreisen...
wer gerade zeit hat, weil er keine kupplung wechseln will,
sollte mal über eine südosteuropareise nachdenken, es lohnt sich